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Via Claudia Augusta

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Via Claudia Augusta

Es handelt sich bei der Via Claudia um die bedeutendste Römerstraße im nördlich der Alpen. Sie war die ehemalige Verbindung von oberitalischem Mutterland mit dem Territorium der Provinz Rätien mit der Funktion als wichtigste Militärstraße, Verkehrsader und Handelsstraße.

Ähnlich wie die Aquädukte (römische Wasserleitungen) überwand die Via Claudia bisher unpassierbare Stellen, so dass Höhenzüge oder Flüsse kein Hindernis mehr darstellten.

 

Via Claudia Luftbild

 

Verlauf

Ausgangspunkt von der Römerstadt Altino (Altinum) bei Mestre nahe Venedig über Feltre bzw. von Ostiglia am Po über Verona nach Trient (Tridentum); von dort im Etschtal nach Bozen; von dort aus an Meran vorbei, dann durch den Vinschgau (Val Venosta) zum Reschen- und durch das Inntal zum Fernpass; hierauf im Lechtal nach Füssen (Foetibus) über Epfach (Abodiacum) zur Provinzhauptstadt Augsburg (Augusta Vindelicum); danach weiter bis zur Donau.

 

Via Claudia Verlauf

 

Länge

Nach römischer Zählung: 350 Meilen (milia passuum = 1000 Doppelschritte = 1478 m); dies entspricht in etwa einer Strecke von etwa 517 km.

 

Erbauung

Bekannt sind zwei originale Meilensteine von Feltre im Piavetal und von Rabland bei Meran; diese datieren den Ausbau der Fernverkehrsroute in die Jahre 46/47 n. Chr.

Kaiser Claudius (41-51 n. Chr.) erhob die Via Claudia seinem Vater Drusus zu Ehren in den Rang einer Staatsstraße.

 

Via Claudia Weg

 

Bedeutung

Bis in Spätantike (4. Jh. n. Chr.) blieb die Via Claudia eine der bedeutendsten Verbindungsstraßen über die Alpen; noch bis ins hohe Mittelalter war sie als "Kaiserstraße", auf der Könige und Herzöge nach Italien zogen, bekannt.

Später trat ein allmählicher Rückgang der Bedeutung der Via Claudia ein, als die kürzere Route über den Brenner, der mit 1374m Meereshöhe der niedrigste Pass über den Alpenhauptkamm ist, im 2 Jahrhundert n. Chr. passierbar gemacht wurde.

 

Via Claudia Brücke

 

Gegenwärtige Erscheinung im Gelände

Nördlich von Füssen besitzt die Via Claudia auf weiten Strecken eine typische Ausprägung als Römerstraße mit häufig geradem Verlauf im Flachland und einem - je nach dem Grad der Überackerung - meterhohen, oft über 10 m breiter Schotterdamm.

 

Diesen begleiten seitlich zwei heute obertätig nicht mehr erkennbare Entwässerungsgräben. Die Trasse wird gesäumt von metergroßen, rundlichen Materialgruben, aus denen von Zeit zu Zeit Kies auf die Fahrbahndecke geworfen wurde, um Schlaglöcher und Spurrillen zu beseitigen.

 

Der Verlauf der Via Claudia ist südlich von Füssen oft erkennbar aufgrund schmaler Geländestufen entlang der Flüsse und Talflanken.

 

Via Claudia Ausgrabung

 

Mit dem zwischen Königsbrunn-Neuhaus und Untermeitingen elf Kilometern schnurgerade verlaufenden, obertägig sichtbaren Damm der Via Claudia befand sich im Landkreis Augsburg einer der längsten noch zusammenhängenden und relativ gut erhaltenen Straßenreste überhaupt.

 

Via Claudia Weg

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